Reiseberichte

Reisebericht 2019

Reise :  Januar / Februar zusammen mit Frieder nach Chala

Unsere Anreise erfolgte über Stuttgart /Zürich nach Dar es Salaam und von dort nach Mbeya wo wir am 29. Januar eintrafen. Dort wurden wir von unserem Freund Father Kaniki erwartet. Die Weiterreise erfolgte am nächsten Morgen mit dem Bus nach Sumbawanga.  Der Empfang in Chala war wie immer überwältigend.

Diese Reise diente in erster Line der Vorbereitung des Containers, welcher im März auf seine Reise nach Chala gehen sollte. Unser Aufenthalt war aber auch ausgefüllt mit vielen Reparaturen, Baubesprechungen usw.  Mit auf dem Programm stand auch der Besuch bei Bruder Mathias und Bruder Damian im Kloster Mvimwa.  Bruder Mathias, welcher eine Gewerbeschule für Elektriker und Elektrikerinnen im Kloster betreibt wird die Elektroarbeiten in unserer Schule ausführen. Bruder Damian ist Wasserinstallateur und wird in unserer Abwesenheit die Wasserinstallationen fertigstellen.

Wir waren erfreut über den Fortschritt der Bauarbeiten in und an unserer Schule. Die Platzierung der Kläranlage wurde eingemessen, der Bau des Waschhauses in Auftrag gegeben, das Gelände neu vermessen usw.  Die Terrassenfelder vor dem Schulgebäude wurden mit Humus aufgefüllt.

Bei meinem Besuch in Mvimwa hatte ich aus das Glück Bruder Laurentius von St.Ottilien von Bayern kennenzulernen. Er ist gelernter Elektriker und  hat  spontan versprochen bei der Elektroinstallation in Chala mitzuwirken. Außerdem stand ein Besuch in der Schneiderinnenklasse von Bruder Erik auf dem Programm. Seine Klasse besteht aus Aidswaisen, im Alter von 14 bis18 Jahren. Er ermöglicht diesen Mädchen durch die Ausbildung zur Schneiderin eine Zukunft. Wir versprachen ihm Nähmaschinen, welche mit dem Container nach Mvimwa kommen sollten.

Nach dem Erledigen aller Aufgaben und vieler Besuche bei Freunden ging unsere Zeit in Chala wie im Flug vorbei.

Container

Nach unserer Heimkehr nach Deutschland begannen wir mit den Vorbereitungen für die Versendung des Containers. Zuerst mussten die Maschinen, Materialien und Werkzeuge bei unseren Spendern abgeholt und bei Georg Scherer in seiner Halle zwischengelagert werden.

Für den Versand wurde eine  Ladeliste in Englisch benötigt.  Unterstützt wurde ich dann in hervorragender Weise durch Tony Heizmann.   Am 18. März bekamen wir Besuch von Pater Berthold Kirchlechner aus St. Ottilien. Er brachte seinen Golf voll mit Instrumenten, welche in dem Container nach Tansania mitbefördert werden sollten. (Eine Hand wäscht die andere – der Transport unserer Tauchpumpe wurde letztes Jahr vom Kloster St. Ottilien durchgeführt) Am 12.März traf der Container bei uns in Pfohren ein und wurde bei Georg Scherer abgeladen.

Der Container 40“ hatte eine Länge von ca. 12m und eine Breite von ca. 2,5m. Er wurde von unserem Vereinsmitglied Sebastian Becker aus Dresden gekauft. Dadurch waren wir in der Lage den Container ohne Eile zu beladen. Mit Hilfe eines Staplers und mehreren Helfern gelang dies auch hervorragend. Unglaublich welche Menge in so einen Container bei optimaler Beladung passt.

Am 25. März ging der Container über Karlsruhe/ Antwerpen auf seine Reise nach Dar es Salaam.

Reise nach Chala zusammen mit Jürgen, Gerard und Konrad

Start war am 10. Mai in Stuttgart mit Swiss über Zürich nach Dar es Salaam.   Am nächsten Tag ging der Flug nach Mbeya. Father Kaniki holte uns – wie bei jedem Besuch – am Flughafen ab und fuhr uns am Sonntag, nach dem Gottesdienst mit seinem Auto direkt nach Chala. (7 Stunden Fahrt für eine Entfernung von 350km).

Wir wurden wieder herzlich von unseren Freunden in Chala empfangen und da es Sonntag war, wurden wir mit Gesang und Tanzvorführungen unterhalten.

Am Montag war unser erster Gang zu unserer Baustelle.  Zuerst gab es eine Baubesprechung und dann begannen wir mit den Vorbereitungen zum Verlegen der Abwasserleitungen. Gräben mussten ausgeschachtet, Durchbrüche gestemmt und die Abwasserrohre eingekauft werden. Um die Stemmarbeiten vorzunehmen wurde das einzige in Chala vorhandene Notstromaggregat ausgeliehen. Nachdem wir dieses repariert hatten, gingen die Arbeiten die nächsten Tage auch flott voran. Es war ein Superteam!

Gegen Ende der Woche wurden wir langsam nervös, weil wir von unserem Container immer noch nichts gehört hatten. Nach vielen Anrufen erhielten wir die Hiobsbotschaft!! Unser Container wurde in Mombasa statt in Dar es Salaam abgeladen. Die Auskünfte von der tanzanischen Spedition und der Zollbehörde waren sehr spartanisch.

Langweilig wurde es uns natürlich in keinster Weise, es gab noch viel zu tun für unser Handwerkerteam. Bis zum Ende der nächsten Woche hatten wir dann den größten Teil der 350m langen Abflussleitung verlegt.

Nach getaner Arbeit genehmigten wir uns einen Ausflug zum Lake Tanganjika, was für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Dieser See ist mit einer Länge von 650km und einer Tiefe von 1,4km einer der größten und tiefsten Süßwasserseen der Erde. Unser Freund Gerard als alter Fischer wollte sein Fischerglück mit einer mitgebrachten Angel versuchen.

Zurück in Chala mussten sich die Neuen: Gerard und Konrad – im Sonntagsgottesdienst der Gemeinde vorstellen.  Im Anschluss hatten wir eine Einladung zum Essen in der Schwestern- Schule. Das besondere Highlight am sonntäglichen Fußballspiel, war die Tatsache, dass Konrad als Gastspielermitspielen durfte. Einen Mzungu (Europäer) beim Fußballspielen sieht man in Chala auch nicht jeden Tag, daher auch die entsprechende Zuschauermenge.

Die geplante Reisezeit ging langsam zu Ende und meine Freunde Jürgen, Gerard und Konrad mussten sich langsam wieder auf den Heimweg begeben. Die Containerankunft konnte uns zu diesem Zeitpunkt immer noch keiner benennen. Da ich mit meinem Chalaaufenthalt etwas flexibler war, hoffte ich nun alleine, dass die geplante Containeraktion irgendwie noch klappt. Arbeit gab es ja immer noch genug: Nach Beendigung der Installationsarbeiten, begannen wir mit der Produktion von Betonwaschtrögen.

Dann kam grünes Licht: Der Container war in Dar es Salaam eingetroffen. Zu früh gefreut: nun fehlten anscheinend irgendwelche Zollpapiere. Auch das wurde nachgereicht, aber zügig ging es immer noch nicht und dann lief auch mir die Zeit davon. Auch in meiner Heimat in Deutschland standen zwischenzeitlich Termine an, die mich zum Rückflug zwangen.

Father Anselm übernahm nun die Wartestellung. Es wurde vereinbart, dass er uns informiert, sobald der Container auf einem LKW-Transport nach Chala unterwegs war und prompt saß ich 11 Tage später wieder im Flugzeug nach Tanzania.

Der Container ist in Chala

Am Sonntag, den 30.Juni kam ich nach einer Rekordanreise von 36 Stunden abends total KO in Chala an. Nun ging alles Schlag auf Schlag. Zusammen mit meinen Freunden Amadeo und Vitus wurde der Container in 2 Tagen mit tanzanischen Helfern und Methoden komplett ausgeladen.

     

 

Die Mission Container war beendet!

Der Inhalt wurde an die vorbestimmten Stellen verteilt und an den entsprechenden Stellen aufgestellt. Nach letzten Anweisungen für den weiteren Baufortschritt habe ich mich dann zufrieden am 9.Juli nach einem Abschiedsfest wieder auf den Weg nach Deutschland gemacht. Die Freunde und Familien in Chala haben mich dann gefragt: „Wann kommst du wieder heim nach Chala?“

Die Aufgaben dort, das Wachsen des Projektes und die Dankbarkeit und Mithilfe der Menschen in Chala, für die wir diese Unternehmungen vorantreiben, lassen Chala tatsächlich auch zu einer zusätzlichen Heimat werden. Alle Vereinsmitglieder, die bereits aktiv vor Ort waren, werden mir zustimmen.

Roland Ketterer und seine Teams


Reisebericht Mai/Juni 2017

Am 31. Mai machten mein Sohn Felix und ich, Jürgen Uhrig, uns auf den Weg nach Chala um einige Aufgaben zu erledigen und nach dem Stand der Dinge zu sehen.

Für Felix, 13 Jahre alt, war es die erste große Flugreise. Unser Weg führte uns von Stuttgart über Zürich nach Dar Es Salam, wo wir eine Nacht verbrachten. Hier bekam Felix einen ersten Eindruck von den unterschiedlichen Kulturen zwischen Deutschland und Afrika/Tansania. Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Mbeya, wo wir bereits von Pater Kaniki, unserem bewährten Ansprechpartner vor Ort empfangen wurden. Direkt vom Flughafen aus fuhren wir quer durch die Stadt zur Bischofsresidenz und der dazu gehörenden Kirche, wo an diesem Abend das 25-jährige Jubiläum einer Ordensfrau gefeiert werden sollte. Wie in Afrika üblich, war es ein Gottesdienst mit viel Musik und Gesang, innerhalb und außerhalb der Kirche. Eine durchaus beeindruckende Atmosphäre für uns beide. Danach ging es dann zu Pater Kanikis Pfarrhaus, wo wir zwei Tage verbrachten. Felix war ganz begeistert vom Gemüsegarten und noch mehr vom Tiergehege hinter dem Pfarrhaus. Wir blieben 2 Tage vor Ort. Unter anderem besichtigten wir eine riesige Teeplantage sowie auch das Schulgelände von Pandahill. Am meisten beeindruckte Felix die Größe der Schule sowie die Aufschrift auf fast allem was uns begegnete „Please, speak English“.

Nach zwei Tagen fuhren wir dann mit dem Bus nach Sumbawanga, wo wir unseren Freund Amadeo trafen und Pater Anselm uns abholte und mit nach Chala nahm. Schon von der Straße aus, die direkt am Schulgelände vorbei führt war zu sehen, dass einige Fortschritte erzielt wurden. Nachdem es bereits Abend und fast dunkel war, verschoben wir unseren Besuch der Baustelle auf den nächsten Morgen. Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg. Wir konnten feststellen, dass bereits in fast allen Räumen der Innenputz angebracht war, was natürlich ein komplett anderes Bild ergab als noch einige Monate davor.

Am Sonntag dann die übliche Vorstellung vor der Kirchengemeinde, was durchaus wieder ein überwältigendes Ereignis war, besonders für Felix, der allerdings ohne Scheu zu den Gottesdienstbesuchern sprach.

Am Montag unternahmen wir dann einen Ausflug auf den Hausberg der Stadt in Begleitung von zwei ortskundigen Jugendlichen. Die Tour führte uns direkt hinter unserem Projekt recht steil den Berg hinauf, was dann an meine Kondition einige Anforderungen stellte, von unseren Guides und auch von Felix problemlos gemeistert wurde. Bei dieser Gelegenheit konnten wir dann einige neue Fotos der Gebäude machen. Nach einem kurzen Halt auf der Bergspitze führte uns unser Weg auf der Gegenseite hinunter zur Brunnenstube des Sees, der den Ort mit Wasser versorgt. Entlang der Wasserleitung ging es wieder hinunter zur Gemeinde.

Am nächsten Tag bekamen wir dann Besuch von Bruder Mathias vom Vocational Training Center in Mwimwa, einer Benebiktinerabtei, die Elektriker ausbildet. Zusammen mit ihm besuchten wir die örtliche Krankenstation.  Mit im Gepäck hatten wir auch 2 Wechselrichter und 2 Steuergeräte für die Solaranlage in dieser Krankenstation. Die dort vorhandenen Gerätschaften waren defekt und bereits abgebaut worden. Durch entsprechende Messungen stellten wir fest, dass die Solarzellen einwandfrei arbeiteten. auch die Batteriespeicher waren noch intakt aber inzwischen trocken. Über unseren Freund Amadeo in Sumbawanga, der dort eine Kfz.-Werkstatt betreibt, besorgten wir uns 300 Liter Batteriesäure und befüllten die Batterien. Die mitgebrachten Wechselrichter und Steuerungen wurden montiert und angeschlossen. Schon kurze Zeit später konnten wir sehen, wie die Batteiespeicher anfingen zu arbeiten und Ladung annahmen, was uns mit großer Freude erfüllte.

Bei der Nachkontrolle in den folgenden Tagen war klar, dass über diese Solaranlage die Krankenstation unabhängig vom öffentlichen Stromnetz mit der notwendigen Energie versorgt werden kann. Gewartet wird die Anlage künftig von Bruder Mathias, unterstützt von unserem Adlatus vor Ort Pascal Sindane.

Zum Vergleich: Zwei Wechselrichter mit je 800 Watt Leistung versorgen dort eine Krankenstation mit Wöchnerinnen-Abteilung mit der notwendigen Energie! Wie weit kommen wir damit bei uns? Schon ein Kochfeld benötigt mindestens das Doppelte.

In der Zeit unseres Aufenthaltes konnten wir auch mit Hilfe der vor zwei Jahren verschifften Maschinen und Ersatzteile die Leitung des Wasserspeichers zur Kirchengemeinde reparieren und abdichten sowie  diverse Türen mithilfe der funktionierenden Schreinereimaschinen instand setzen. Außerdem generiert die Gemeinde inzwischen mit diesen Maschinen bescheidene Einkünfte durch Lohnarbeiten, was dem Gedanken „Hilfe zur Selbsthilfe“ durchaus Berechtigung verleiht und unser Projekt erste, wenn auch noch sehr bescheidene, Früchte trägt.

Natürlich kam auch der Gedanke Land und Leute kennenzulernen, ganz besonders auch für Felix, nicht zu kurz. Bei einem Ausflug zum Tanganjika-See, Katavi National Park, zum Bananen-Markt und auch landestypischen Märkten kann man vieles über Land und Leute erfahren, was besonders bei jungen Menschen bleibende Eindrücke hinterlässt.

Donaueschingen im Juni 2017

Felix und Jürgen Uhrig


Im Februar 2016 waren der 1. Vorsitzende Roland Ketterer und sein Stellvertreter Jens Fehrenbacher zu einem Besuch  in Chala/Tansania, um sich über den Stand  der Baumaßnahmen zur neuen Berufsschule zu informieren. Mit dem Initiator Pater Anselm Kashatila wurden die weiteren Bauabschnitte beraten. Das Werkstattgebäude und die Mensa sind im Rohbau fertig. An den anderen Gebäuden wird nun mit den Dachaufbauten begonnen.

Bei einem Zwischenstopp in der Provinzhauptstadt Mbeya konnten durch Vermittlung von Pater Kaniki zwei Berufsschulen besichtigt werden.

Als erste Schule besuchten wir in Pandahill die Secondary-School, an der Fr. Kaniki unterrichtet. 650 Jungen und 600 Mädchen werden hier unterrichtet. Schulträger  sind die Missionsbenediktiner in St.Ottilien/Bayern. In den Klassenräumen werden jeweils ca. 70 Schüler unterrichtet. Bei unserem Besuch während des Unterrichts stellten wir fest, dass  die Schule verhältnismäßig gut mit Lehrmaterial ausgestattet und der Standard entsprechend hoch ist. Im Computerraum trafen wir einen Volontär, Johannes aus Freiburg (Vauban), der nach dem Abitur hier ein freiwilliges soziales Jahr als Lehrer absolviert. Eventuell kann er noch ein Jahr zusätzlich hier arbeiten. Wir besuchten auch die Fachräume für Chemie und Physik, wo wir auch einen Einblick in die Ausstattung bekamen (präparierte Tiere, Skelette, Schlangen etc.).

In der Schulküche wurde das Mittagessen für Schüler und Lehrer vorbereitet. In einem riesigen Kessel, der auf offenem Feuer steht rührt ein Mann mit einer Stange den Maisbrei (Ugali). In einem anderen Kessel wird Porridge (Mais,Hirse,Wasser) zu einem Sajo-Brei gerührt. Dreimal in der Woche gibt es Fleisch. In einem Raum stehen zwei Behälter mit Maandazi (vgl. Hefeküchle, Berliner) zubereitet aus Weizenmehl, Wasser Backpulver, Hefe, Salz u. Zucker. Im Hof hinter der Küche stehen drei große Silos: Reis, Mais, Bohnen.

Mitten im Schulgelände entsteht  ein Betonskelettbau, eine Schulbibliothek nach deutschem Vorbild. Leseräume, Computerräume, ein Magazin, Balkone und Freisitze im Außenbereich sind vorgesehen.  Die Wasserversorgung wird durch einen Tiefbrunnen gewährleistet. Das nach oben gepumpte  Wasser wird in betonierten Wasserbehältern durch Kies-/Sandschichten mineralogisch angereichert. Die gesamte Stromversorgung der ganzen Anlage ist durch ein Notfall-Aggregat gesichert.

Die Ausbildungsgänge an dieser Schule sind denen in Deutschland ähnlich. Auf der Primary-School aufbauend durchlaufen die Schüler hier eine 4jährige Ausbildung mit dem Abschluss der mittleren Reife. Wer noch zusätzlich 2 Jahre Schulausbildung anschließt erreicht hier die Hochschulreife.

Auf  dem Gelände von Pandahill ist eine weiteres Projekt geplant: die Einrichtung eines Vocational-Trainingscenter MBEYA (Trägerschaft ist die Diözese Mbeya). Diese Einrichtung befindet sich bereits in der Stadt in etwas beengten Räumen.

Es sind Lehrwerkstätten für praktische Berufe: Schreiner, Schlosser, Schneider, Zimmerer, Automechaniker und SchneiderInnen. Außerdem ist dieser Einrichtung noch eine Fahrschule angeschlossen. Die Ausbildungszeiten sind variabel angesetzt: von der einjährigen Ausbildung als Fachgehilfe, Fachgehilfin bis zur 3jährigen Ausbildung mit staatlich anerkanntem Abschluss.

Am Nachmittag besuchten wir die Staatliche Berufsschule in Mbeya. Der Schuldirektor (Principal) begrüßte uns persönlich und einer seiner Referenten führte uns durch die Anlage.

Die Führung begann im der traditionell eingerichteten Schreibmaschinen-Saal, wo auch noch Stenographie unterrichtet wird. In diesem Grundkurs erlernen die Lehrlinge das Schreiben mit dem Zehnfinger-System. Daran anschließend erfolgt die Ausbildung der im Bürofach am PC.

Angehende Näherinnen werden an chinesischen Nähmaschinen (Tretmechanik) in Mode-Design unterrichtet. Aber auch deutsche Koffernähmaschinen stehen im Raum.

Die Installateur- und Blechner-Ausbildung wird von einem sehr sympathischen Werkstattmeister geleitet. Er erklärt uns die einzelnen Ausbildungsmodule:   Metallbearbeitung,
Gewinde schneiden,
Blechbearbeitung,
Installation und Wassertransport,
Wasseraufbereitung in Boiler und Durchlauferhitzer
In kleinen Räumen wird die Einrichtung von Bädern simuliert
Auch die Thermische Solaranlage gehört in den Lehrplan

Für  Roland Ketterer war dieser Teil der Führung ein besonderer Höhepunkt, zumal der Werkstattmeister sich für weitere Kontakte bereit erklärt hat, vor allem wenn es um die Einrichtung der Berufsschule in Chala geht.

Während unserer Führung übten die Lehrlinge das Gewindeschneiden. Auch zwei Mädchen waren erlernen den Wasser-Installateur-Beruf.

Beachtliche Leistungen konnten wir auch in der Schreinerei sehen, wo Holzbearbeitungsmaschinen nach deutschem Standard stehen. Kleine Möbelstücke aller Art (Kommoden, Stühle, Gestelle für Polstermöbel u.a.)  lassen auf den hohen Anspruch dieser Schule schließen.

In  der Autowerkstatt gilt der Grundsatz: Learnig by doing!  Alte Motoren werden hier zum Unterrichtsgegenstand (Autobody)In einer Lehrküche erfolgt die Ausbildung zum Food-Management, obwohl dort noch antiquierte Elektro- und Kohlen-Beistelllherde stehen.

Im Abschlussgespräch nach der Führung bekundete der Schulleiter sein Interesse an dem Projekt von ELIMU4AFRIKA in Chala und er bot den Vorstandsmitgliedern Roland Ketterer  und Jens Fehrenbacher seine Kooperation an.

Solche Vorzeige-Berufsschulen gibt es in Tansania nur in fünf Städten

P.Schuler


Baustellen und Reisebericht März/April 2015

Am 31. März sind wir, Roland Ketterer und Jürgen Uhrig, zu unserer Reise nach Chala aufgebrochen.
Nach einem angenehmen Flug sind wir nachts um 3.00Uhr in Dar es Salaam angekommen. Dort wurden wir schon von unserem zuverlässigen Taxifahrer Moody erwartet und in unsere Unterkunft im TEC (Tanzanian Episcopal Training and Conference Center) gefahren.
Am Tag darauf ging es dann mit Fast Jet zu unserem Freund Father Kaniki nach Songwe/ Mbeya. Die Anreise mit einem Airbus ist jetzt die reinste Erholung gegen die früher notwendige 15 Stunden Fahrt mit dem Bus. Nach einer erholsamen Nacht und gutem Essen ging es dann bedingt durch die neue Asphaltstraße in nur 6 Stunden mit dem Bus (Dala dala) nach Sumbawanga. Für diese Strecke benötigten wir vor 3 Jahren noch 12 bis 15 Stunden.Der Fahrer von Father Anselm brachte uns dann mit dem Land Cruiser nach Chala. Bevor wir jedoch ins Dorf fuhren, wollten wir uns als erstes den Baufortschritt von unserer Schule  ansehen.

Dort wurden wir auch schon von Mr. Mwanandenje unserem Architekten erwartet. Den Fortschritt an der Baustelle sahen wir allerdings schon von weitem. Unser Schulgebäude hat mittlerweile eine beachtliche Größe angenommen. Das Hauptgebäude mit 60m Länge und den 25m langen Vorbauten ist fast nach oben gemauert.

Der Kreuzweg am Karfreitag führte in ca. 3,5 Stunden durch das ganze  Dorf (allerdings auch in Ecken, die ich zuvor auch noch gesehen hatte).

Am Samstag trafen dann unser Freund Sebastian (Wirtschaftsingenieur und Experte für Entwicklung und Wasserkraftprojekte)  zusammen mit seinem Vater und seiner Tante in Chala ein.

Nachdem unsere Freunde ihr Quartier bezogen hatten, kümmerten wir uns zuerst um unsere Unterwasserpumpe, welche seit einer Woche nicht mehr förderte. Die Pumpe mit der anhängenden Rohrleitung nach oben zu befördern erforderte einiges an Muskelkraft. Leider mussten wir feststellen, dass der Pumpenmotor defekt ist. Mehrere Telefonate brachten uns dann zur Erkenntnis, dass es chancenlos war in Tansania das passende Ersatzteil zu einem zahlbaren Preis zu erhalten.Der Ostersonntag war ausgefüllt mit einem Besuch des Gottesdienstes und anschließender Vorstellung meiner Freunde. (Schon beeindruckend wenn man sich ca. 2000 Leuten vorstellen darf) .

Am Ostermontag wurde die Wasserkraftanlage, welche seit 3 Jahren nicht mehr in Betrieb ist, untersucht und analysiert. Die neuen Gebäude unserer Schule auszumessen, war dann unsere Abschlussarbeit für diesen Tag .Dienstag und Mittwoch waren ausgefüllt mit dem Ausräumen eines alten Lagerschuppens, welcher uns später als Werkstatt zum Herstellen der Fenster, Türen und Möbel dienen soll. Zunächst soll dieser große Raum jedoch zur Lagerung der Werkzeuge und Maschinen aus unserem Container dienen.
Dass der Container zu diesem Zeitpunkt immer noch im Hafen von Dar es Salaam ist, erfuhren wir von der Spedition, welcher wir mehrmals täglich mit Telefonanrufen auf den Geist gingen. Das Problem war die Bürokratie im Hafen und vor allem ein notwendiges Dokument  von der Regierung  (VAT=Mehrwertsteuererstattung)
Am Donnerstag  fuhren wir zur Mvimwa Abbey (ca.50km) um uns mit unserem Freund Bruder Mathias, welcher dort eine Gewerbeschule für Elektriker leitet, zu treffen (er hat vor Jahren in Passau seine Berufsausbildung zum Elektriker absolviert). Die Straße zum Kloster war allerdings ein wenig abenteuerlich und wir benötigten für die 50km ca. 3 Stunden.
Das Kloster liegt jedoch wunderschön im Wald  in den Bergen. Die Anlage ist auch für europäische Verhältnisse  sehr gepflegt und wir wurden herzlich begrüßt.
In einem Rundgang durch die Gewerbeschule waren wir zwei Handwerker  doch sehr überrascht von dem hohen Ausbildungsstand der mittlerweile 55 Schüler und Schülerinnen. Die Ausbildungsdauer beträgt dort 3 Jahre und der Unterricht wird komplett in englisch gehalten. Die Schüler erklärten uns paarweise die verschiedenen Ausbildungsschritte.Mit Bruder Mathias wurde danach vereinbart, dass er zusammen mit seinen Schülern die Elektroinstallation in unserem Berufs- und Bildungszentrum ausführen wird.
Den Rest unserer Tage verbrachten wir mit dem Bau einer Entladerampe für den Container und vielen nervenden Anrufen zur Spedition nach Dar es Salaam.Mit unserem Architekten wurde dann noch der Standort unserer Mensa festgelegt, welche durch eine großzügige Spende des Rotary Club Donaueschingen und dem Distrikt 1930 finanziert wird. Mit diesem Gebäude wird soll noch in diesem Sommer begonnen werden. 
Außerdem wurden mittlerweile  der Betonboden und die Wände für unsere Schlosserei und  Schreinerei ausgeführt. Die Werkstatt befindet sich im Innenhof des Pfarrgebäudeareals. Als zusäzliche Sicherheitsvorkehrung montierten wir noch LED- Leuchten mit Bewegungsmelder.
Am 15.April traten wir unsere Rückreise an. In Mbeya übernachteten wir wieder bei Father Kaniki. Dort konnten wir noch das dortige Ausbildungscenter für Schneider, Schlosser und Schreiner besichtigen.
Heute am Samstag, den 2. Mai kam auch endlich die erlösende und freudige  Nachricht von Father Anselm, dass der Container mit unseren Werkzeugen wohlbehalten in Chala angekommen und ausgeladen ist .
Der bisher zügige Baufortschritt hat unsere Kasse nahezu geleert, deshalb mussten wir nun leider Baustopp verordnen, bis wir wieder etwas angesammelt haben (außer es finden sich kurzfristig großzügige Spender!).
Donaueschingen –Pfohren  2. Mai 2015
Roland Ketterer und Jürgen Uhrig