Reise_und_Projektbericht_2019

Liebe Freunde, Helfer und Spender

Zuerst möchte ich mich für all die Hilfe im vergangenen Jahr bedanken.

Außerdem darf ich euch die Grüße von Father Anselm Kashatila und all unseren Freunden in Chala überbringen.

Es ist schön zu sehen was wir zusammen im vergangenen Jahr umgesetzt haben.

 

 

Reise :  Januar / Februar zusammen mit Frieder nach Chala

Unsere Anreise erfolgte über Stuttgart /Zürich nach Dar es Salaam und von dort nach Mbeya wo wir am 29. Januar eintrafen. Dort wurden wir von unserem Freund Father Kaniki erwartet. Die Weiterreise erfolgte am nächsten Morgen mit dem Bus nach Sumbawanga.  Der Empfang in Chala war wie immer überwältigend.

Diese Reise diente in erster Line der Vorbereitung des Containers, welcher im März auf seine Reise nach Chala gehen sollte. Unser Aufenthalt war aber auch ausgefüllt mit vielen Reparaturen, Baubesprechungen usw.  Mit auf dem Programm stand auch der Besuch bei Bruder Mathias und Bruder Damian im Kloster Mvimwa.  Bruder Mathias, welcher eine Gewerbeschule für Elektriker und Elektrikerinnen im Kloster betreibt wird die Elektroarbeiten in unserer Schule ausführen. Bruder Damian ist Wasserinstallateur und wird in unserer Abwesenheit die Wasserinstallationen fertigstellen.

Wir waren erfreut über den Fortschritt der Bauarbeiten in und an unserer Schule. Die Platzierung der Kläranlage wurde eingemessen, der Bau des Waschhauses in Auftrag gegeben, das Gelände neu vermessen usw.  Die Terrassenfelder vor dem Schulgebäude wurden mit Humus aufgefüllt.

Bei meinem Besuch in Mvimwa hatte ich aus das Glück Bruder Laurentius von St.Ottilien von Bayern kennenzulernen. Er ist gelernter Elektriker und  hat  spontan versprochen bei der Elektroinstallation in Chala mitzuwirken. Außerdem stand ein Besuch in der Schneiderinnenklasse von Bruder Erik auf dem Programm. Seine Klasse besteht aus Aidswaisen, im Alter von 14 bis18 Jahren. Er ermöglicht diesen Mädchen durch die Ausbildung zur Schneiderin eine Zukunft. Wir versprachen ihm Nähmaschinen, welche mit dem Container nach Mvimwa kommen sollten.

Nach dem Erledigen aller Aufgaben und vieler Besuche bei Freunden ging unsere Zeit in Chala wie im Flug vorbei.

Container

Nach unserer Heimkehr nach Deutschland begannen wir mit den Vorbereitungen für die Versendung des Containers. Zuerst mussten die Maschinen, Materialien und Werkzeuge bei unseren Spendern abgeholt und bei Georg Scherer in seiner Halle zwischengelagert werden.

Für den Versand wurde eine  Ladeliste in Englisch benötigt.  Unterstützt wurde ich dann in hervorragender Weise durch Tony Heizmann.   Am 18. März bekamen wir Besuch von Pater Berthold Kirchlechner aus St. Ottilien. Er brachte seinen Golf voll mit Instrumenten, welche in dem Container nach Tansania mitbefördert werden sollten. (Eine Hand wäscht die andere – der Transport unserer Tauchpumpe wurde letztes Jahr vom Kloster St. Ottilien durchgeführt) Am 12.März traf der Container bei uns in Pfohren ein und wurde bei Georg Scherer abgeladen.

Der Container 40“ hatte eine Länge von ca. 12m und eine Breite von ca. 2,5m. Er wurde von unserem Vereinsmitglied Sebastian Becker aus Dresden gekauft. Dadurch waren wir in der Lage den Container ohne Eile zu beladen. Mit Hilfe eines Staplers und mehreren Helfern gelang dies auch hervorragend. Unglaublich welche Menge in so einen Container bei optimaler Beladung passt.

Am 25. März ging der Container über Karlsruhe/ Antwerpen auf seine Reise nach Dar es Salaam.

Reise nach Chala zusammen mit Jürgen, Gerard und Konrad

Start war am 10. Mai in Stuttgart mit Swiss über Zürich nach Dar es Salaam.   Am nächsten Tag ging der Flug nach Mbeya. Father Kaniki holte uns – wie bei jedem Besuch – am Flughafen ab und fuhr uns am Sonntag, nach dem Gottesdienst mit seinem Auto direkt nach Chala. (7 Stunden Fahrt für eine Entfernung von 350km).

Wir wurden wieder herzlich von unseren Freunden in Chala empfangen und da es Sonntag war, wurden wir mit Gesang und Tanzvorführungen unterhalten.

Am Montag war unser erster Gang zu unserer Baustelle.  Zuerst gab es eine Baubesprechung und dann begannen wir mit den Vorbereitungen zum Verlegen der Abwasserleitungen. Gräben mussten ausgeschachtet, Durchbrüche gestemmt und die Abwasserrohre eingekauft werden. Um die Stemmarbeiten vorzunehmen wurde das einzige in Chala vorhandene Notstromaggregat ausgeliehen. Nachdem wir dieses repariert hatten, gingen die Arbeiten die nächsten Tage auch flott voran. Es war ein Superteam!

Gegen Ende der Woche wurden wir langsam nervös, weil wir von unserem Container immer noch nichts gehört hatten. Nach vielen Anrufen erhielten wir die Hiobsbotschaft!! Unser Container wurde in Mombasa statt in Dar es Salaam abgeladen. Die Auskünfte von der tanzanischen Spedition und der Zollbehörde waren sehr spartanisch.

Langweilig wurde es uns natürlich in keinster Weise, es gab noch viel zu tun für unser Handwerkerteam. Bis zum Ende der nächsten Woche hatten wir dann den größten Teil der 350m langen Abflussleitung verlegt.

Nach getaner Arbeit genehmigten wir uns einen Ausflug zum Lake Tanganjika, was für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Dieser See ist mit einer Länge von 650km und einer Tiefe von 1,4km einer der größten und tiefsten Süßwasserseen der Erde. Unser Freund Gerard als alter Fischer wollte sein Fischerglück mit einer mitgebrachten Angel versuchen.

Zurück in Chala mussten sich die Neuen: Gerard und Konrad – im Sonntagsgottesdienst der Gemeinde vorstellen.  Im Anschluss hatten wir eine Einladung zum Essen in der Schwestern- Schule. Das besondere Highlight am sonntäglichen Fußballspiel, war die Tatsache, dass Konrad als Gastspielermitspielen durfte. Einen Mzungu (Europäer) beim Fußballspielen sieht man in Chala auch nicht jeden Tag, daher auch die entsprechende Zuschauermenge.

Die geplante Reisezeit ging langsam zu Ende und meine Freunde Jürgen, Gerard und Konrad mussten sich langsam wieder auf den Heimweg begeben. Die Containerankunft konnte uns zu diesem Zeitpunkt immer noch keiner benennen. Da ich mit meinem Chalaaufenthalt etwas flexibler war, hoffte ich nun alleine, dass die geplante Containeraktion irgendwie noch klappt. Arbeit gab es ja immer noch genug: Nach Beendigung der Installationsarbeiten, begannen wir mit der Produktion von Betonwaschtrögen.

Dann kam grünes Licht: Der Container war in Dar es Salaam eingetroffen. Zu früh gefreut: nun fehlten anscheinend irgendwelche Zollpapiere. Auch das wurde nachgereicht, aber zügig ging es immer noch nicht und dann lief auch mir die Zeit davon. Auch in meiner Heimat in Deutschland standen zwischenzeitlich Termine an, die mich zum Rückflug zwangen.

Father Anselm übernahm nun die Wartestellung. Es wurde vereinbart, dass er uns informiert, sobald der Container auf einem LKW-Transport nach Chala unterwegs war und prompt saß ich 11 Tage später wieder im Flugzeug nach Tanzania.

Der Container ist in Chala

Am Sonntag, den 30.Juni kam ich nach einer Rekordanreise von 36 Stunden abends total KO in Chala an. Nun ging alles Schlag auf Schlag. Zusammen mit meinen Freunden Amadeo und Vitus wurde der Container in 2 Tagen mit tanzanischen Helfern und Methoden komplett ausgeladen.

     

 

Die Mission Container war beendet!

Der Inhalt wurde an die vorbestimmten Stellen verteilt und an den entsprechenden Stellen aufgestellt. Nach letzten Anweisungen für den weiteren Baufortschritt habe ich mich dann zufrieden am 9.Juli nach einem Abschiedsfest wieder auf den Weg nach Deutschland gemacht. Die Freunde und Familien in Chala haben mich dann gefragt: „Wann kommst du wieder heim nach Chala?“

Die Aufgaben dort, das Wachsen des Projektes und die Dankbarkeit und Mithilfe der Menschen in Chala, für die wir diese Unternehmungen vorantreiben, lassen Chala tatsächlich auch zu einer zusätzlichen Heimat werden. Alle Vereinsmitglieder, die bereits aktiv vor Ort waren, werden mir zustimmen.

Roland Ketterer und seine Teams